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Wacholder
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Die Wacholder (Juniperus) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Cupressoideae innerhalb der Familie der ZypressengewÀchse (Cupressaceae). Mit den etwa 50 bis 70 Arten, die dieser Gattung zugerechnet werden, stellen sie fast 40 Prozent der Arten innerhalb der ZypressengewÀchse. In Mitteleuropa kommen in freier Natur nur zwei Arten vor: der Gemeine Wacholder und der Sadebaum.

Contents

‱ Name
‱ Vorkommen
‱ Systematik
‱ Nutzung
‱ Zierpflanze
‱ GetrĂ€nke
‱ Trivia
‱ Siehe auch
‱ Quellen
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Name

Der deutsche Name Wacholder (von althochdeutsch wechalter, mittelhochdeutsch wĂ«choltĂ«r)cite-ref-mildenberger-1-0[1] hat verschiedene etymologische Deutungen erfahren. Sicher ist, dass der Teil „-der“ der Reflex der indogermanischen Baumbezeichnung ist, wie sie in Holunder, Affolter (Apfelbaum), Flieder, Heister und anderen vorkommt. Unsicher ist der erste Teil. Hier wird entweder ein Zusammenhang mit wachsen angenommen, unter Verweis auf den immergrĂŒnen Baum, oder mit wickeln, nach einer (wahrscheinlich vom frĂŒheren hebrĂ€ischen Namen abgeleiteten)cite-ref-2[2] Verwendung zum Binden bzw. fĂŒr rituell genutzte WacholderstrĂ€uße.cite-ref-kluge-3-0[3]cite-ref-marzell-4-0[4]cite-ref-5[5] Weiter zurĂŒck reicht die Form queckolder, in der der Baum als der LebenskrĂ€ftige (zu queck) gefasst wird, schon ahd. belegt.cite-ref-6[6] Die hin und wieder anzutreffende Deutung als Wach-Halter ist hingegen wohl eine Volksetymologie.

Im Niederdeutschen wird der Wacholder auch als Machandelbaum bezeichnet.cite-ref-joneleit-7-0[7] Daraus hat sich dann als Nebenform die Bezeichnung Machangelstrauch (oder nur Machangel)cite-ref-schmitz1954-8-0[8] entwickelt. Diese Bezeichnung ist vor allen Dingen in Grimms MĂ€rchen und einigen Gedichten anzutreffen. Der Begriff Machangel findet sich mehrfach in der ErzĂ€hlung „Der Wehrwolf“ von Hermann Löns.cite-ref-9[9]

Der botanische Name ist ebenfalls nicht sicher gedeutet. Favorisiert wird die Lesart als lateinisch *iĆ«ni-perus aus Ă€lterem *iuveni-paros in der Bedeutung „(zu) frĂŒh gebĂ€rend, abortierend“ nach der Verwendung von Juniperus sabina.cite-ref-genaust1996-10-0[10] Der altgriechische Name ጄρÎșÎ”Ï…ÎžÎżÏ‚ (arkeuthos) erscheint in der Historia plantarum.cite-ref-11[11]

Der heute nur selten vorkommende Name Juniper, welcher als Vor- und Nachname existiert, leitet sich von Juniperus ab.

In Deutschland finden sich in althochdeutschen Glossen vorwiegend ab dem 10. Jahrhundert aus den von Spohra/Spurcha entwickelten Namensformen der Begriff „Spurk“ fĂŒr Wacholder.cite-ref-12[12]

Unter anderem in Österreich und Teilen Bayerns ist der Wacholder unter der Bezeichnung Kranewitt bekannt, das ĂŒber mhd. kranewite auf ahd. kranawitu, chranawita, welches Kranichholz bedeutet, zurĂŒckgeht. Den gleichen Ursprung besitzt das gleichbedeutende Krammet.cite-ref-13[13] Von der Bezeichnung Kranewitt leiten sich die Familiennamen Kranewitter, Kranebitter, Kronawitter, Kranevitter und Granovetter ab.

Der Wacholderschnaps ist demgemĂ€ĂŸ in Österreich unter Kranewitter bekannt.

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Wacholder-Arten sind immergrĂŒne StrĂ€ucher oder BĂ€ume. Als grĂ¶ĂŸtes Einzelexemplar gilt ein Syrischer Wacholder (Juniperus drupacea) in der TĂŒrkei mit einer Wuchshöhe von 40 Metern. Das Holz besitzt einen schmalen Splint und einen rötlich-braunen Kern und duftet oft aromatisch, wobei die Namensgebung wie „stinkend“ andeutet, welche Arten besonders intensiv riechen. Die Zweige sind rund oder vier- bis sechsflĂŒgelig. Die BlĂ€tter sind im Allgemeinen kurz und liegen eng an den Zweigen an. Sie sind in der Jugend nadelförmig, spĂ€ter schuppen- oder nadelförmig. Die BlĂ€tter sind in gegenstĂ€ndigen Paaren in vier Reihen oder in wechselstĂ€ndigen Quirlen in drei bis sechs Reihen oder selten in Quirlen mit vier bis acht Reihen an den Zweigen angeordnet.

Die SÀmlinge besitzen zwei bis acht KeimblÀtter (Kotyledonen).

Generative Merkmale

Die zu den Nacktsamigen Pflanzen gehörenden Arten sind meist zweihÀusig (diözisch), selten einhÀusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Die mÀnnlichen Zapfen besitzen drei bis vier Paare oder Trios Sporophylle. Jedes Sporophyll besitzt zwei bis acht PollensÀcke.

Die beerenförmigen weiblichen Zapfen, oft als Beeren bzw. Wacholderbeeren bezeichnet, sind bei einem Durchmesser von 0,3 bis 2 Zentimetern ei- bis kugelförmig. Sie benötigen bis zur Reife ein bis zwei Jahre, bleiben geschlossen und werden blĂ€ulich. Die meist dicken, fleischigen Zapfenschuppen sind aus Deck- und Samenschuppen verwachsen und besitzen ein bis drei Samen. Die ungeflĂŒgelten, hartschaligen Samen sind rund bis kantig. Die beerenförmigen Zapfen werden von Vögeln als ganzes geschluckt, und die Samen verlassen den Darmtrakt unversehrt. Der bittere Geschmack der Zapfen (bei den meisten Arten) ist wohl eine Anpassung gegen Fraß durch SĂ€ugetiere.

Die Chromosomengrundzahl betrÀgt x = 11.

Vorkommen

Wacholder-Arten kommen vorwiegend auf der Nordhalbkugel der Erde vor. Nur das Verbreitungsgebiet des Ostafrikanischen Wacholders reicht im östlichen Afrika bis 18° SĂŒd.

Wacholder-Arten sind sehr anpassungsfĂ€hig. Sie gedeihen in Klimaregionen, die von der subarktischen Tundra bis zu HalbwĂŒsten reichen. Nahezu alle Arten sind gut an regenarme Zeiten angepasst. In Bergregionen sind es hĂ€ufig Wacholder-Arten, die noch an der Baumgrenze gedeihen. Der auf den Azoren gedeihende KurzblĂ€ttrige Wacholder ist die einzige Nadelholzart, die sich auf einer mitten im Ozean liegenden Inselkette vulkanischen Ursprungs etablieren konnte.cite-ref-tudge107-14-0[14] Die Samen der Vorfahren dieser Art gelangten vermutlich im Verdauungstrakt von Vögeln dorthin.

Sie kommen vielfach auf trockenen Böden (Sand, Heide, Steppe, HalbwĂŒste) vor.

In vielen semiariden Gebieten wie in den westlichen USA, im nördlichen Mexiko, im zentralen und sĂŒdwestlichen Asien sind sie die dominante Waldbedeckung in weiten Bereichen der Landschaft. Die Untergattung Juniperus ist hauptsĂ€chlich eurasisch mit einer holarktischen Art (Juniperus communis). Sie ist auch die einzige Art dieser Untergattung in Nordamerika und Mitteleuropa und ĂŒberhaupt die am weitesten verbreitete Koniferenart. Die Untergattung Caryocedrus ist endemisch in SĂŒdwestasien und SĂŒdosteuropa. Die Untergattung Sabina besiedelt fast alle Areale, die auch fĂŒr die ganze Gattung gelten – außer nördlich von 50° Nord in Europa und 60° Nord in Asien.

In stark beweideten Gebieten ist Wacholder aufgrund seiner UnvertrĂ€glichkeit fĂŒr Weidetiere oft der einzige vorkommende Baum.

Die hÀufigere der beiden Wacholder-Arten in Deutschland, der Heide-Wacholder, war der Baum des Jahres 2002.cite-ref-15[15]

Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung der Ă€therischen Öle unterscheidet sich je nach Art und Pflanzenteil. α-Thujen und Îł-Terpinen finden sich in den Nadeln, wĂ€hrend (−)-Camphen nur in den FrĂŒchten zu finden ist. (±)-α-Pinen und (±)-ÎČ-Pinen, Myrcen, (+)-Sabinen, (+)-3-Caren, (±)-Limonen, ÎČ-Phellandren und Terpinolen sind sowohl im Öl der Nadeln als auch der FrĂŒchte zu finden.cite-ref-ffj-1995-203-16-0[16] Neben Ă€therischen Ölen enthalten die Beeren Flavonoide und Biflavonoide.cite-ref-innocenti-17-0[17]

Giftwirkung des Wacholders

Die in den Beeren und Nadeln des Gemeinen Wacholders enthaltenen Ă€therischen Öle können bei Hautkontakt und Verzehr zu Reizerscheinungen fĂŒhren.cite-ref-infogift-18-0[18] Im Gegensatz zu den anderen WacholdergewĂ€chsen ist beim Juniperus communis nur die Beere (Fructus Juniperi) giftig. Reif ist sie im zweiten Jahr. Eine Überdosierung des Teeröls des Stech-Wacholders fĂŒhrt zu Nierenschmerzen, Nierenversagen, Hautreizungen und LeberschĂ€digung.cite-ref-koruk-19-0[19] Ferner wird die HerztĂ€tigkeit und Atmung gesteigert; seltener können KrĂ€mpfe auftreten. Äußerlich kommt es zur Rötung der Haut bis zur Blasenbildung. Die maximale Dosierung liegt bei erwachsenen Menschen bei 2 g.

Systematik

Die Gattung Juniperus wurde durch Carl von Linné aufgestellt.cite-ref-grin-20-0[20] Die Gattung gehört zur Unterfamilie Cupressoideae innerhalb der Familie Cupressaceae.

Die Gattung Wacholder (Juniperus) enthĂ€lt etwa 50 bis 70 Arten. Die wissenschaftlichen Diskussionen ĂŒber die Artenzahlen, die Rangzuordnungen nach VarietĂ€ten, Unterarten oder Formen werden teilweise kontrovers gefĂŒhrt. Untersuchungen auf DNA-Basis (RAPD und Genetischer Fingerabdruck – Fingerprinting) und bezĂŒglich der Blattölzusammensetzung halten die Diskussion in Bewegung; auch in der Feldforschung gefundene neue Arten lassen die Taxonzahlen schwanken.

Hier wird meist und vorzugsweise den AusfĂŒhrungen von Robert Phillip Adams gefolgt, der 2008cite-ref-adams-phytologia90-21-0[21] annĂ€hernd 70 Arten und 27 VarietĂ€ten anerkennt, aber die Kategorie Unterart nicht verwendet.cite-ref-juniperusworld-22-0[22]

Die Gattung Juniperus s. l. wird in drei Sektionen eingeteilt, die in der Literatur manchmal auch als Untergattungen gefĂŒhrt werden:cite-ref-gymnospermdb-23-0[23]

‱ Sektion Caryocedrus Endl. (Syn.: Gattung Arceuthos Antoine): Sie enthĂ€lt nur eine Art:cite-ref-gymnospermdb-23-1[23]

‱ Syrischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-0[24] (Juniperus drupacea Labill.): Er kommt in Griechenland, in der TĂŒrkei, in Syrien im Libanon und in Israel vor. Am hĂ€ufigsten kommt er im Taurusgebirge (Kilikischer Taurus) in der sĂŒdlichen TĂŒrkei bis ins nördliche Syrien vor. In den anderen Gebieten ist er selten.cite-ref-gymnospermdb-23-2[23]

‱ Sektion Juniperus (Syn.: Gattung Juniperus sect. Oxycedrus Spach): Mit zehn Arten:

‱ KurzblĂ€ttriger Wacholdercite-ref-zander2008-24-1[24], auch Azoren-Wacholder genannt, (Juniperus brevifolia (Seub.) Antoine, Syn.: Juniperus oxycedrus var. brevifolia Seub.): Er kommt nur auf den Azoren vor.cite-ref-gymnospermdb-23-3[23]
‱ Zedern-Wacholdercite-ref-zander2008-24-2[24] (Juniperus cedrus Webb & Berthel.) auf den Kanarischen Inseln und auf Madeira.
‱ Gemeiner Wacholdercite-ref-zander2008-24-3[24] oder Heide-Wacholder (Juniperus communis L.) mit sieben VarietĂ€ten:

‱ Juniperus communis L. var. communis
‱ Juniperus communis var. charlottensis R.P.Adams: Sie ist auf den kanadischen Queen-Charlotte-Inseln endemisch.
‱ Kanadischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-4[24] (Juniperus communis var. depressa Pursh) bzw. in manchen Quellen auch als homonyme Unterart (Juniperus communis subsp. depressa (Pursh) Franco) angegeben, ist in ganz Kanada und den USA verbreitet.
‱ Juniperus communis var. jackii Rehder in Nordamerika.
‱ Juniperus communis var. megistocarpa Fernald & H.St.John in Kanada.
‱ Juniperus communis var. nipponica (Maxim.) E.H.Wilson in Japan.
‱ Alpen-Wacholder,cite-ref-zander2008-24-5[24] auch Zwerg-Wacholder genannt (Juniperus communis var. saxatilis Pall., Syn.: Juniperus communis var. montana Aiton, Juniperus communis var. nana (Willd.) Baumg., Juniperus nana Willd.): Er ist in der nördlichen HemisphĂ€re weitverbreitet (von Europa ĂŒber das westliche, zentrale, nördliche Asien bis in den Fernen Osten, weiters im westlichen Teil Nordamerikas und in Grönland).

‱ Juniperus deltoides R.P.Adams: Die Heimat liegt ab Italien im östlichen Mittelmeerraum und weiter bis zum Iran.
‱ Formosa-Wacholder (Juniperus formosana Hayata, Syn.: Juniperus taxifolia Parl. non Hook., Juniperus mairei LemĂ©e et Lev., Juniperus formosana var. mairei (LemĂ©e et Lev.) R.P.Adams et C.F.Hsieh, Juniperus formosana var. concolor Hayata, Juniperus formosana var. sinica Nakai, Juniperus chekiangensis Nakai): Sie ist in China und Taiwan verbreitet.cite-ref-gymnospermdb-23-4[23]
‱ Juniperus macrocarpa Sm.: Er ist entlang der Mittelmeer- und SchwarzmeerkĂŒsten in Nordafrika, Europa und Kleinasien beheimatet.
‱ Juniperus navicularis Gand. ist nur in Portugal beheimatet.
‱ Stech-Wacholdercite-ref-zander2008-24-6[24] (Juniperus oxycedrus L.): Er ist im Mittelmeerraum westlich von Italien heimisch.
‱ Igel-Wacholder oder Nadel-Wacholder (Juniperus rigida Siebold & Zucc.): Das natĂŒrliche Verbreitungsgebiet liegt in Ostasien mit China, Korea, im sĂŒdöstlichen Russland sowie in Japan.
‱ Luchu-Wacholder (Juniperus taxifolia Hook. & Arn., Syn.: Juniperus lutchuensis Koidz.): Dieser Endemit kommt nur auf den japanischen Ogasawara-Inseln vor und gedeiht von der KĂŒste bis in Höhenlagen von 300 Metern an sonnigen, steinigen Standorten.cite-ref-gymnospermdb-23-5[23]

‱ Sektion Sabina Spach (Syn.: Gattung Sabina Mill.): Mit etwa 56 Arten:

‱ Juniperus angosturana R.P.Adams (Syn.: Juniperus monosperma var. gracilis MartĂ­nez): Sie gedeiht in Höhenlagen von 1100 bis 2140 Metern in der Sierra Madre Oriental in den mexikanischen Bundesstaaten Coahuila, Hidalgo, Nuevo LeĂłn, San Luis PotosĂ­ sowie Tamaulipas.cite-ref-gymnospermdb-23-6[23]
‱ Juniperus arizonica R.P.Adams (Syn.: Juniperus coahuilensis var. arizonica R.P.Adams): Den Rang einer Art hat sie 2006 erhalten. Sie kommt an voneinander isolierten Standorten in den sĂŒdwestlichen US-Bundesstaaten in Arizona sowie New Mexico und in den nördlichen mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua sowie Sonora vor. Sie gedeiht in Höhenlagen von 980 bis 1600, selten bis zu 2200 Metern.cite-ref-gymnospermdb-23-7[23]
‱ Ashes Wacholdercite-ref-zander2008-24-7[24] (Juniperus ashei J.Buchholz, Syn.: Juniperus sabinoides (Kunth) Nees non Griseb., Juniperus sabinoides Sarg. non Griseb., Juniperus occidentalis var. texana Vasey, Juniperus occidentalis var. conjugens Engelm., Juniperus tetragona var. oligosperma Engelm.): Es gibt zwei VarietĂ€ten:cite-ref-gymnospermdb-23-8[23]

‱ Juniperus ashei J.Buchholz var. ashei: Sie kommt in den US-Bundesstaaten Arkansas, Missouri (in den Ozark Bergen), Oklahoma, Texas (nur auf dem Edwards Plateau) und im mexikanischen Bundesstaat Coahuila vor. HauptsĂ€chlich kommt sie Oklahoma, Arkansas und in den Ozark Bergen vor.cite-ref-gymnospermdb-23-9[23]
‱ Juniperus ashei var. ovata R.P.Adams: Sie wurde 2007 erstbeschrieben.cite-ref-adamsphytologia89ash-25-0[25] Sie kommt hauptsĂ€chlich in Coahuila and im westlichen Texas vor.cite-ref-gymnospermdb-23-10[23]

‱ Karibischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-8[24] (Juniperus barbadensis L.): Es gibt zwei VarietĂ€ten:cite-ref-gymnospermdb-23-11[23]

‱ Juniperus barbadensis L. var. barbadensis (Syn.: Juniperus virginiana var. barbadensis (L.) Gordon): Dieser Endemit kommt nur auf der karibischen Insel St. Lucia (Petit Piton) vor.cite-ref-gymnospermdb-23-12[23]
‱ Juniperus barbadensis var. lucayana (Britton) R.P.Adams (Syn.: Juniperus virginiana var. australis Endl., Juniperus lucayana Britton, Juniperus australis (Endl.) Pilg.): Sie kommt nur auf den Großen Antillen auf Hispaniola, Jamaika und in Kuba nur in der Sierra de Nipe und auf der Isla de la Juventud vor.cite-ref-gymnospermdb-23-13[23]

‱ Bermuda-Wacholdercite-ref-zander2008-24-9[24] (Juniperus bermudiana L., Syn.: Juniperus oppositifolia Moench, Juniperus pyramidalis Salisb., Juniperus virginiana var. bermudiana (L.) Vasey): Dieser gefĂ€hrdete Endemit kommt nur auf den Bermuda-Inseln vor.cite-ref-gymnospermdb-23-14[23] Er soll auf der sĂŒdatlantischen Insel St. Helena ein Neophyt sein.cite-ref-gymnospermdb-23-15[23]
‱ Juniperus blancoi MartĂ­nez: Seit 2006 gibt es drei VarietĂ€ten:cite-ref-gymnospermdb-23-16[23]

‱ Juniperus blancoi MartĂ­nez var. blancoi:cite-ref-grin-20-1[20] Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Durango, MĂ©xico, MichoacĂĄn sowie Tlaxcala vor. Einige der Fundorte sind vielleicht durch Aussamen gepflanzter Exemplare entstanden.cite-ref-gymnospermdb-23-17[23]
‱ Juniperus blancoi var. huehuentensis R.P.Adams et al.cite-ref-adams-bisyec2005-26-0[26]: Sie wurde 2006 erstbeschrieben. Dieser Endemit ist nur aus dem Gebiet um dem Gipfel des Cerro Huehuento, sĂŒdlich von Huachichiles im mexikanischen Bundesstaat Durango bekannt. Sie gedeiht auf Felsen und sehr dĂŒnnen Substratansammlungen in Höhenlagen von 3150 bis 3270 Metern.cite-ref-gymnospermdb-23-18[23]
‱ Juniperus blancoi var. mucronata (R.P.Adams) Farjon (Syn.: Juniperus mucronata R.P.Adams): Dieser Endemit ist nur aus dem Gebiet Maicoba/Yecora bekannt, in der NĂ€he der Grenze der mexikanischen Bundesstaaten Sonora sowie Chihuahua. Sie gedeiht an HĂ€ngen 30 bis 60 Meter ĂŒber dem Fluss Maicoba und benachbarter FließgewĂ€sser ĂŒber Basaltgestein.cite-ref-gymnospermdb-23-19[23]

‱ Kalifornischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-10[24] (Juniperus californica CarriĂšre, Juniperus pyriformis Lindl., Juniperus cerrosianus Kellogg, Juniperus cedrosiana Kellogg, Juniperus occidentalis Hook.): Er kommt in den sĂŒdwestlichen US-Bundesstaaten sĂŒdliches Nevada, Kalifornien sowie nördliches Arizona und im mexikanischen Bundesstaat Baja California Norte sowie ihre vorgelagerten Inseln Isla de Cedros sowie Isla Guadalupe.cite-ref-gymnospermdb-23-20[23]
‱ Chinesischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-11[24] (Juniperus chinensis L.): Je nach Autor gibt es zwei bis vier VarietĂ€ten:cite-ref-gymnospermdb-23-21[23]

‱ Juniperus chinensis L. var. chinensis (Syn.: Juniperus sinensis J.F.Gmel. orth. var., Juniperus barbadensis Thunb., Juniperus cabiancae Vis., Juniperus cernua Roxb., Juniperus dimorpha Roxb., Juniperus erectopatens (W.C.Cheng & L.K.Fu) R.P.Adams, Juniperus flagelliformis Loudon, Juniperus fortunei CarriĂšre, Juniperus gaussenii W.C.Cheng, Juniperus jacobii Beissn., Juniperus keteleeri (Beissn.) Prop.-Giesel., Juniperus neaboriensis A.H.Kent, Juniperus reevesiana Endl., Juniperus sphaerica Lindl., Juniperus shepherdii Beissn., Juniperus sheppardii (A.H.Kent) Melle, Juniperus struthiacea Knight, Juniperus thunbergii Hook. & Arn., Juniperus virginica Thunb., Juniperus japonica var. pyramidalis CarriĂšre, Juniperus japonica var. variegata CarriĂšre, Juniperus virginiana var. keteleeri (Beissn.) Rehder, Juniperus sabina var. erectopatens (W.C.Cheng & L.K.Fu) Y.F.Yu & L.K.Fu, Juniperus chinensis var. aurea M.Young, Juniperus chinensis var. aureoglobosa Rehder, Juniperus chinensis var. corneyanus (Antoine) Gordon & Glend., Juniperus chinensis var. foemina LavallĂ©e, Juniperus chinensis var. gaussenii (W.C.Cheng) Silba, Juniperus chinensis var. glauca (Slavin) L.H.Bailey, Juniperus chinensis var. globosa Hornibr., Juniperus chinensis var. horizontalis Nakai, Juniperus chinensis var. japonica Siebold, Juniperus chinensis var. keteleeri Beissn., Juniperus chinensis var. leeana LavallĂ©e, Juniperus chinensis var. mas Gordon & Glend., Juniperus chinensis var. mascula LavallĂ©e, Juniperus chinensis var. pendula Franch., Juniperus chinensis var. plumosa Hornibr., Juniperus chinensis var. sheppardii (A.H.Kent) Hornibr., Juniperus chinensis var. smithii Loudon, Juniperus chinensis var. torulosa Eastw., Juniperus chinensis var. variegata Maxwell): Sie ist in Japan, Korea, Myanmar, in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, sĂŒdliches Gansu, Guangdong, nördliches Guangxi, Guizhou, Hebei, Henan, westliches Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, sĂŒdliches Shaanxi, Shandong, Shanxi, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang verbreitet.cite-ref-foc-27-0[27]
‱ Juniperus chinensis var. sargentii A.Henry (Syn.: Juniperus procumbens Sarg. nom. illeg., Juniperus sargentii (A.Henry) Takeda ex Nakai, Juniperus chinensis subsp. sargentii (A.Henry) Silba, Juniperus sargentii var. coeruleum Pshenn., Juniperus sargentii var. cyanus Pshenn.): Sie kommt in Japan, im östlichen Russland (nur in Sachalin sowie auf den SĂŒdlichen Kurilen) und in der chinesischen Provinz Heilongjiang vor.cite-ref-foc-27-1[27]cite-ref-gymnospermdb-23-22[23]
‱ Juniperus chinensis var. tsukusiensis (Masamune) Masamune (Syn.: Juniperus tsukusiensis Masamune, Juniperus sargentii sensu Sasaki, Juniperus chinensis var. sargentii Sasaki non Henry): Sie kommt nur auf der sĂŒdlichen japanischen Insel Yakushima und im Landkreis Hualien im östlichen Taiwan vor.cite-ref-foc-27-2[27]cite-ref-gymnospermdb-23-23[23] Sie wird 2011 als eigenen Art Juniperus tsukusiensis Masamune angesehen.cite-ref-adams-phytologia93-28-0[28]

‱ Rotbeeren-Wacholder (Juniperus coahuilensis (Martínez) Gaussen): Sie kommt nur im US-Bundesstaat Texas und im mexikanischen Bundesstaat Coahuila vor.cite-ref-gymnospermdb-23-24[23]
‱ Juniperus comitana MartĂ­nez: Sie kommt in den mexikanischen Bundesstaaten Chiapas sowie Hidalgo und in Guatemala in Baja Verapaz, Huehuetenango sowie Zacapa vor. Sie gedeiht in Höhenlagen von 1300 bis 1775, selten bis zu 2300 Metern.cite-ref-gymnospermdb-23-25[23]
‱ Mekong-Wacholder (Juniperus convallium Rehder & E.H.Wilson): Es gibt zwei VarietĂ€ten:cite-ref-foc-27-3[27]cite-ref-gymnospermdb-23-26[23]

‱ Juniperus convallium Rehder & E.H.Wilson var. convallium (Syn.: Juniperus mekongensis Kom., Juniperus ramulosa Florin): Sie gedeiht auf hohen Bergen in Höhenlagen von 2200 bis 4300 Metern im östlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen sĂŒdliches Qinghai sowie nordwestliches Sichuan.cite-ref-foc-27-4[27]cite-ref-gymnospermdb-23-27[23]
‱ Juniperus convallium var. microsperma (W.C.Cheng & L.K.Fu) Silba (Syn.: Juniperus microsperma (W.C.Cheng et L.K.Fu) R.P.Adams): Sie gedeiht auf hohen Bergen in Höhenlagen von 3200 bis 4000 Metern nur im östlichen Tibet.cite-ref-foc-27-5[27]cite-ref-gymnospermdb-23-28[23]

‱ Alligator-Wacholder (Juniperus deppeana Steudel): Nach Adams und Schwarzbach 2006 gibt es vier VarietĂ€ten:cite-ref-gymnospermdb-23-29[23]

‱ Juniperus deppeana Steudel var. deppeana (Syn.: Juniperus thurifera Spach nom. illeg., Juniperus foetida Spach, Juniperus foetida var. multicaulis Spach, Juniperus gigantea Roezl, Juniperus pachyphlaea Torr., Juniperus deppeana subsp. pachyphlaea (Torr.) Silba, Juniperus deppeana subsp. sperryi (Correll) A.E.Murray, Juniperus deppeana var. pachyphlaea (Torr.) MartĂ­nez, Juniperus deppeana var. sperryi Correll, Juniperus deppeana f. sperryi (Correll) R.P.Adams, Juniperus deppeana f. elongata R.Adams): Sie ist von den sĂŒdlichen US-Bundesstaaten Arizona sowie westliches Texas bis Mexiko verbreitet.cite-ref-adams-phytologia95b-29-0[29] Innerhalb dieser VarietĂ€t wurden drei Formen beschrieben, die nicht von allen Autoren anerkannt werden.
‱ Juniperus deppeana var. gamboana (Martínez) R.P.Adams: Sie gilt bei manchen Autoren als Art Juniperus gamboana und kommt von Mexiko bis Guatemala vor.
‱ Juniperus deppeana var. patoniana (Martínez) Zanoni (Syn.: Juniperus patoniana Martínez, Juniperus deppeana subsp. patoniana (Martínez) Silba, Juniperus deppeana var. obscura (Martínez) Gaussen, Juniperus patoniana f. obscura Martínez): Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Durango vor.cite-ref-adams-phytologia95b-29-1[29]
‱ Juniperus deppeana var. robusta Martínez: Sie gedeiht in Mexiko nur in der Sierra Madre Occidental.cite-ref-adams-phytologia95b-29-2[29]

‱ Juniperus durangensis MartĂ­nez: Sie gedeiht in Höhenlagen von 1600 bis 2900 Metern in den mexikanischen Bundesstaaten Aguascalientes, Chihuahua, Durango, Jalisco, Sonora sowie Zacatecas.cite-ref-gymnospermdb-23-30[23]
‱ Griechischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-12[24] (Juniperus excelsa M.Bieb., Syn.: Juniperus olivieri Carr., Juniperus isophyllos K.Koch, Juniperus taurica (Pall.) Lipsky non Lindl., Juniperus sabina var. taurica Pall., Juniperus sabina var. excelsa (M.-Bieb.) Georgi, Juniperus foetida var. excelsa (M.-Bieb.) Spach, Juniperus excelsa var. depressa O.Schwarz): Sie ist vom östlichen Mittelmeerraum ĂŒber die Schwarzmeerregion und die Kaukasusregion bis zum iranischen Elburs-Gebirge verbreitet.cite-ref-gymnospermdb-23-31[23] Der bei manchen Quellen als Unterart behandelte Juniperus excelsa subsp. polycarpos (K.Koch) Takht. wird hier als Art Juniperus polycarpos gefĂŒhrt.
‱ Mexikanischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-13[24] (Juniperus flaccida Schltdl.): Seit 2015 gibt es keine VarietĂ€ten mehrcite-ref-adams-phytologia97-30-0[30]cite-ref-gymnospermdb-23-32[23]: Er kommt im US-Bundesstaat Texas (dort nur im sĂŒdwestlichsten Teil) und in weiten Teilen Mexikos vor.cite-ref-adams-phytologia97-30-1[30]cite-ref-gymnospermdb-23-33[23]
‱ Stinkender Wacholdercite-ref-zander2008-24-14[24] (Juniperus foetidissima Willd., Syn.: Juniperus phoenicea Pall. non L., Juniperus sabinoides Grisebach, Juniperus foetida var. squarrulosa Spach, Juniperus foetidissima var. pindicola Formanek): Sie kommt von Albanien, Nordmazedonien bis Griechenland (bis zum Peloponnes, Berg Athos, auf ThĂĄsos), auf Zypern im Libanon, ĂŒber den asiatischen Teil der TĂŒrkei (aber nur selten auf dem Zentralplateau) und im sĂŒdöstlichen Kaukasusraum bis zur KĂŒste des Kaspischen Meeres in Aserbaidschan und entlang der KĂŒste des schwarzen Meeres in der NĂ€he von Novorossiysk und auf der Krim vor.cite-ref-gymnospermdb-23-34[23]
‱ Juniperus gracilior Pilg.: Es gibt drei VarietĂ€ten auf der karibischen Insel Hispaniola:cite-ref-gymnospermdb-23-35[23]

‱ Juniperus gracilior Pilg. var. gracilior: Dieser Endemit kommt in der Dominikanischen Republik nur in der NĂ€he von Costanza und dem Dorf Yaque vor.
‱ Juniperus gracilior var. ekmanii (Florin) R.P.Adams (Syn: Juniperus ekmanii Florin): Dieser Endemit kommt in Haiti nur auf dem Pic la Selle sowie Morne la Visite vor.cite-ref-gymnospermdb-23-36[23]
‱ Juniperus gracilior var. urbaniana (Pilg. & Ekman) R.P.Adams (Syn.: Juniperus urbaniana Pilg. & Ekman, Juniperus barbadensis var. urbaniana (Pilg. & Ekman) Silba, Juniperus barbadensis subsp. urbaniana (Pilg. et Ekman) Borhidi): Dieser Endemit kommt in Haiti nur auf dem Pic la Selle vor.cite-ref-gymnospermdb-23-37[23]

‱ Juniperus grandis R.P.Adams (Syn.: Juniperus occidentalis subsp. australis Vasek, Juniperus occidentalis var. australis (Vasek) A.H.Holmgren & N.H.Holmgren): Sie wurde 2006 erstbeschrieben und kommt in den sĂŒdwestlichen US-Bundesstaaten westliches Nevada sowie Arizona vor.
‱ Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis Moench, Syn.: Juniperus horizontalis var. douglasii hort., Juniperus horizontalis var. variegata Beissner): Sie ist in sĂ€mtlichen Regionen Kanadas und in nördlich gelegenen US-Bundesstaaten Alaska, Montana, Wyoming, Nebraska, South Dakota, North Dakota, Minnesota, Iowa, Illinois, Wisconsin, Michigan, New York, Vermont, Massachusetts, New Hampshire sowie Maine weitverbreitet.cite-ref-gymnospermdb-23-38[23]
‱ Schwarzer Wacholder (Juniperus indica Berthel.): Es gibt seit 2005 zwei VarietĂ€ten im Himalaya:cite-ref-gymnospermdb-23-39[23]

‱ Juniperus indica Berthel. var. indica (Syn.: Juniperus wallichiana Hook. f. et Thomson)cite-ref-gymnospermdb-23-40[23]: Sie kommt in nördlichen Pakistan, Nepal sowie nordwestlichen Yunnan vor.
‱ Juniperus indica var. caespitosa Farjon: Sie wurde 2005 erstbeschrieben und kommt im sĂŒdlichen Tibet, Bhutan sowie Nepal vor.cite-ref-gymnospermdb-23-41[23]

‱ Jalisco-Wacholder (Juniperus jaliscana MartĂ­nez): Sie kommt nur in den mexikanischen Bundesstaaten sĂŒdliches Durango sowie nordwestliches Jalisco vor.cite-ref-gymnospermdb-23-42[23]
‱ Juniperus komarovii Florin (Syn.: Juniperus glaucescens Florin): Sie kommt in den chinesischen Provinzen sĂŒdliches Qinghai sowie nordwestliches Sichuan und in Russland um den Ussuri.cite-ref-gymnospermdb-23-43[23]
‱ Juniperus maritima R.P.Adams: Sie kommt nur an den KĂŒsten rund um den Puget Sound von Whidbey Island bis Lesqueti Island und den angrenzenden KĂŒsten von Vancouver Island im westlichen Nordamerika im kanadischen British Columbia sowie im US-Bundesstaat Washington vor. Sie gedeiht bis auf eine Ausnahme, einer DĂŒne, nur auf kĂŒstennahen Felsen.cite-ref-gymnospermdb-23-44[23]
‱ Juniperus martinezii PĂ©rez de la Rosa (Syn.: Juniperus flaccida var. martinezii (PĂ©rez de la Rosa) Silba, Juniperus flaccida subsp. martinezii (PĂ©rez de la Rosa) Silba): Seit Adams und Schwarzbach 2015 gibt es keine Subtaxa mehr. Dieser Endemit kommt nur in der Sierra Cuatralba im mexikanischen Bundesstaat Jalisco vor.cite-ref-adams-phytologia97-30-2[30]
‱ Einsamiger Wacholdercite-ref-zander2008-24-15[24] (Juniperus monosperma (Engelm.) Sarg., Juniperus occidentalis var. monosperma Engelm., Juniperus occidentalis var. gymnocarpa Lemmon, Juniperus californica var. monosperma (Engelm.) Lemmon, Juniperus mexicana var. monosperma (Engelm.) Cory, Juniperus gymnocarpa (Lemmon) Cory): Sie kommt in den US-Staaten Arizona, Colorado, New Mexico, Oklahoma sowie Texas und in den angrenzenden mexikanischen Bundesstaaten nördliches Sonora sowie Chihuahua vor.cite-ref-gymnospermdb-23-45[23]
‱ Berg-Wacholdercite-ref-zander2008-24-16[24] (Juniperus monticola Martínez, Syn.: Juniperus mexicana Spreng. nom. superfl.,Juniperus tetragona Schltdl. nom. illeg., Juniperus sabinoides (Kunth) Nees nom. illeg., Juniperus sabinoides Humb. ex Lindl. & Gordon nom. illeg., Juniperus monticola subsp. orizabensis (Martínez) Silba, Juniperus monticola f. orizabensis Martínez): Es wurden Formen beschrieben, diese werden von einigen Autoren nicht anerkannt. Er ist in Mexiko verbreitet.
‱ Juniperus morrisonicola Hayata: Dieser Endemit gedeiht nur in der zentralen Bergkette in Höhenlagen oberhalb von 3000 Metern in Taiwan. Sie wurde vor 2000 als VarietĂ€t Juniperus squamata var. morrisonicola (Hayata) Li & Keng betrachtet. Ihre EigenstĂ€ndigkeit wurde durch molekulargenetische und phytochemische Untersuchungen erkannt.cite-ref-adamsbsae2000-31-0[31]
‱ Westlicher Wacholder (Juniperus occidentalis Hook., Syn.: Juniperus andina Nutt., Juniperus pseudocupressus Dieck): Er kommt in westlichen US-Bundesstaaten vor.
‱ Utah-Wacholder (Juniperus osteosperma (Torr.) Little): Er kommt in westlichen US-Bundesstaaten vor.
‱ Phönizischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-17[24] (Juniperus phoenicea L.): Mit zwei VarietĂ€ten, die in verschiedenen Quellen auch als Unterarten genannt werden:

‱ Juniperus phoenicea L. var. phoenicea in Portugal, an den KĂŒsten der Mittelmeerregion, auf der Balkanhalbinsel, der TĂŒrkei, in Saudi-Arabien und in Israel. Auch in den sĂŒdlich des Mittelmeeres gelegenen Staaten Nordafrikas ist die VarietĂ€t anzutreffen.
‱ Juniperus phoenicea var. turbinata (Guss.) Parl. von den atlantischen Inseln Madeira und den Kanaren ĂŒber die KĂŒstenregionen Frankreichs, weiters in Italien, Griechenland und auf den Inseln der Mittelmeerraumes und im westlichen Nordafrika.

‱ Texas-Wacholder (Juniperus pinchotii Sudw.): Er kommt in sĂŒdlichen US-Bundesstaaten und im nördlichen Mexiko vor.
‱ Juniperus pingii W.C.Cheng: Es gibt vier VarietĂ€ten:cite-ref-grin-20-2[20]

‱ Juniperus pingii W.C.Cheng var. pingii: Sie gedeiht in WĂ€ldern an BerghĂ€ngen in Höhenlagen von 2600 bis 3800 Metern in den chinesischen Provinzen sĂŒdwestliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan.cite-ref-foc-27-6[27]
‱ Juniperus pingii var. chengii (L.K.Fu & Y.F.Yu) Farjon (Syn.: Juniperus chengii L.K.Fu & Y.F.Yucite-ref-foc-27-7[27]): Sie wurde 1998 als Art erstbeschriebencite-ref-foc-27-8[27] und hat den Rang einer VarietĂ€t seit 2005. Dieser Endemit kommt nur in der chinesischen Provinz nordwestlichen Yunnan vor.cite-ref-grin-20-3[20]
‱ Juniperus pingii var. miehei Farjon: Sie wurde 2005 aus dem sĂŒdlichen Tibet erstbeschrieben.cite-ref-grin-20-4[20]
‱ Juniperus pingii var. wilsonii (Rehder) Silba (Syn.: Juniperus squamata subsp. wilsonii (Rehder) Silba, Juniperus squamata var. wilsonii (Rehder) R.P.Adams, Juniperus wallichiana var. loderi Hornibr., Juniperus squamata var. loderi (Hornibr.) Hornibr. ex F.J.Chittenden, Juniperus pingii var. carinata Y.F.Yu & L.K.Fu, Juniperus carinata (Y.F.Yu & L.K.Fu) R.P.Adams): Sie kommt in Tibet und in den chinesischen Provinzen sĂŒdliches Gansu, nordwestliches Hubei, sĂŒdliches Qinghai, sĂŒdliches Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan.cite-ref-foc-27-9[27]cite-ref-grin-20-5[20]

‱ Persischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-18[24] (Juniperus polycarpos K.Koch)cite-ref-adamsbisyec29-32-0[32]: Mit drei VarietĂ€ten in einem weiten Verbreitungsgebiet vom Oman auf der Arabischen Halbinsel ĂŒber Vorderasien und die Kaukasusregion in Gebiete Zentralasiens und im Norden des Indischen Subkontinents.

‱ Juniperus polycarpos K.Koch var. polycarpos
‱ Juniperus polycarpos var. seravschanica Kom.
‱ Juniperus polycarpos var. turcomanica (B.Fedtsch.) R.P.Adams

‱ Juniperus poblana (MartĂ­nez) R.P.Adams (Syn.: Juniperus flaccida var. poblana MartĂ­nez): Diese Neukombination erfolgte 2006. Seit 2015 gibt es zwei VarietĂ€ten:cite-ref-adams-phytologia97-30-3[30]

‱ Juniperus poblana var. decurrens R.P.Adamscite-ref-adams-phytologia97-30-4[30]
‱ Juniperus poblana (Martínez) R.P.Adams var. poblanacite-ref-adams-phytologia97-30-5[30]

‱ Ostafrikanischer Wacholder (Juniperus procera Hochst. ex Endl.): Er kommt in Ostafrika und in den Bergen Jemens und Saudi-Arabiens entlang des Roten Meeres vor.
‱ Kriechender Wacholdercite-ref-zander2008-24-19[24] (Juniperus procumbens (Siebold ex Endl.) Miq.): Er kommt nur auf den japanischen Bonininseln und auf KyĆ«shĆ« vor.
‱ Juniperus przewalskii Kom.: Er kommt in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai und Sichuan vor.
‱ Juniperus pseudosabina Fisch. & C.A.Mey. ist eine in Asien weit verbreitete Art vom sĂŒdlichen Sibirien ĂŒber Gebiete Zentralasiens und des nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiets Xinjiang bis nach Pakistan und Afghanistan.
‱ HĂ€nge-Wacholdercite-ref-zander2008-24-20[24] (Juniperus recurva Buch.-Ham., Syn.: Juniperus butanensis Wender., Juniperus canescens Wall. ex Gordon & Glend., Juniperus incurva Buch.-Ham. ex Endl., Juniperus lambertiana Wall. ex Endl., Juniperus lorulasi K.Koch, Juniperus nepalensis Rinz. ex Gordon & Glend., Juniperus procumbens Siebold ex Lindl., Juniperus religiosa Royle, Juniperus repanda CarriĂšre, Juniperus squamosa Buch.-Ham. ex Wall. nom. nud., Juniperus uncinata (R.P.Adams) R.P.Adams, Juniperus uvifera Loudon, Juniperus recurva var. tenuifolia Spach, Juniperus recurva var. typica Patschke, Juniperus recurva var. uncinata R.P.Adamscite-ref-adams-phytologia91-33-0[33]): Es gibt zwei VarietĂ€ten:cite-ref-foc-27-10[27]cite-ref-gymnospermdb-23-46[23]cite-ref-farjon2010-34-0[34]

‱ Juniperus recurva var. coxii (A.B.Jacks.) Melville (Syn.: Juniperus coxii A.B.Jacks.):cite-ref-farjon2010-34-1[34] Sie kommt im Himalaja in Bhutan, Sikkim, im nördlichen Myanmar, sĂŒdöstlichen Tibet und im nordwestlichen Yunnan vor.cite-ref-foc-27-11[27]cite-ref-gymnospermdb-23-47[23]
‱ Juniperus recurva Buch.-Ham. var. recurva: Sie kommt im Himalaja in Nepal, Bhutan, Sikkim, in nördlichen indischen Bundesstaaten Arunachal Pradesh sowie Kumaun, in Kaschmir, Pakistan, Afghanistan, im sĂŒdöstlichen Tibet und im nordwestlichen Yunnan vor.cite-ref-foc-27-12[27]cite-ref-gymnospermdb-23-48[23]

‱ Sadebaumcite-ref-zander2008-24-21[24] (Juniperus sabina L.): Seit 2005 gibt es vier VarietĂ€ten:

‱ Juniperus sabina L. var. sabina ist eine weit verbreitete Art, die neben Afrika und dem Großteil Europas auch in vielen Regionen Asiens anzutreffen ist.
‱ Juniperus sabina var. arenaria (E.H.Wilson) Farjon in der Mongolei und einigen nördlich gelegenen Provinzen Chinas.
‱ Juniperus sabina var. davurica (Pall.) Farjoncite-ref-adamsphytologia89-35-0[35] (Syn.: Juniperus davurica Pall.cite-ref-foc-27-13[27]): Sie hat seit 2005 den Rang einer VarietĂ€t. Sie ist in Sibirien, im sĂŒdöstlichen Russland, im nordöstlichen China und in der nördlichen Mongolei verbreitet.cite-ref-grin-20-6[20]
‱ Juniperus sabina var. mongolensis R.P.Adams in der Mongolei.

‱ Juniperus saltillensis M.T.Hallcite-ref-grin-saltillensis-36-0[36] in vorwiegend nördlich gelegenen Bundesstaaten Mexikos.
‱ Sichuan-Wacholder (Juniperus saltuaria Rehder & E.H.Wilson) verbreitet in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan und Yunnan sowie dem Autonomen Gebiet Tibet.
‱ Juniperus saxicola Britton & P.Wilson: Sie ist ein Lokalendemit in der kubanischen Sierra Maestra in Höhenlagen von 1600 bis 1700 Metern.
‱ Rocky-Mountain-Wacholder oder Felsengebirgs-Wacholder (Juniperus scopulorum Sarg.) in einem breiten Streifen entlang der Rocky Mountains von Kanada ĂŒber die Vereinigten Staaten von Amerika bis nach Nordmexiko.
‱ Halbkugeliger Wacholder (Juniperus semiglobosa Regel): Es gibt seit 2012 zwei VarietĂ€ten:cite-ref-adams-phytologia94a-37-0[37]

‱ Juniperus semiglobosa var. jarkendensis (Kom.) R.P.Adams (Syn.: Juniperus jarkendensis Kom.,cite-ref-adams-phytologia93-28-1[28] Juniperus sabina var. jarkendensis (Kom.) Silba): Diese Neukombination erfolgte 2012.cite-ref-adams-phytologia94a-37-1[37] Sie kommt im nordwestchinesischen Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang vor.
‱ Juniperus semiglobosa Regel var. semiglobosa (Syn.: Juniperus talassica Lipsky, Juniperus shugnanica Kom., Juniperus excelsa auct. non M.-Bieb, Juniperus macropoda auct. non Boiss): Sie gedeiht im Hochgebirge im westlichen Zentralasien (Kirgisistan, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan), Hindu Kush im nordöstlichen Afghanistan und entlang des Karakorums bis Kaschmir in Pakistan und im nordwestlichen Himalaja in Indien bis Garhwal.cite-ref-gymnospermdb-23-49[23]

‱ Beschuppter Wacholdercite-ref-zander2008-24-22[24] (Juniperus squamata Buch.-Ham.) mit vier VarietĂ€ten in weiten Teilen Zentralasiens, in Ostasien, in nördlichsten Teilen SĂŒdasiens und auch im sĂŒdostasiatischen Myanmar.

‱ Juniperus squamata Buch.-Ham. var. squamata
‱ Juniperus squamata var. fargesii Rehder & E.H.Wilson
‱ Juniperus squamata var. hongxiensis Y.F.Yu & L.K.Fu
‱ Juniperus squamata var. parviflora Y.F.Yu & L.K.Fu

‱ Juniperus standleyi Steyerm. im Hochland von Guatemala und in Mexiko.
‱ Spanischer Wacholdercite-ref-zander2008-24-23[24] (Juniperus thurifera L.) in Spanien, Frankreich, Marokko und Algerien:

‱ Juniperus thurifera L. var. thurifera
‱ Juniperus thurifera var. africana Maire wird von anderen Quellen lediglich als Synonym fĂŒr Juniperus thurifera L. gefĂŒhrt.cite-ref-gymnospermdb-thurifera-38-0[38]

‱ Tibet-Wacholdercite-ref-zander2008-24-24[24] (Juniperus tibetica Kom.): Er kommt in den chinesischen Provinzen Gansu, Qinghai, Sichuan und im Autonomen Gebiet Tibet vor.
‱ Virginischer Wacholder (Juniperus virginiana L.): Es gibt zwei VarietĂ€ten:

‱ Juniperus virginiana L. var. virginiana in östlichen Regionen Kanadas und der USA.
‱ Juniperus virginiana var. silicicola (Small) A.E.Murray in den USA nur in den sĂŒdöstlichen Bundesstaaten Florida, Georgia, South Carolina und North Carolina.

‱ Juniperus zanonii R.P.Adams (Syn.: Juniperus compacta (MartĂ­nez) R.P.Adams, Juniperus monticola subsp. compacta (MartĂ­nez) Silba, Juniperus monticola f. compacta MartĂ­nez): Dieser Endemit kommt nur im nördlichen mexikanischen Bundesstaat Nuevo LeĂłn vor.cite-ref-adams-phytologia95-39-0[39]

Die Sektion Sabina wird gelegentlich auch als eigenstÀndige Gattung angesehen; manche Botaniker nehmen an, dass die Arten dieser Sektion/Gattung eine eigenstÀndige Entwicklung mit einem anderen stammesgeschichtlichen Ursprung darstellen.

GefĂ€hrdung und Schutzmaßnahmen

Obwohl die Wacholder-Arten generell gut angepasst und auch weit verbreitet sind, gibt es dennoch viele Arten, die die Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste gefĂ€hrdeter Artencite-ref-iucn-40-0[40] fĂŒhrt, aber als „nicht gefĂ€hrdet“ (Least Concern) bezeichnet. Von insgesamt 55 gelisteten Arten werden 13 Arten mit einer GefĂ€hrdungskategorie versehen. Das sind ausschließlich Arten, die auf karibischen sowie den atlantischen Inseln der Azoren und der Kanaren oder in Mexiko und Guatemala beheimatet sind:

‱ Zwei Arten (Bermuda-Wacholder und Juniperus saxicola) werden als „vom Aussterben bedroht“ (Critically Endangered) bezeichnet.
‱ Sieben Arten werden als „stark gefĂ€hrdet“ (Endangered) gelistet.
‱ Vier Arten werden als „gefĂ€hrdet“ (Vulnerable) angefĂŒhrt.

Ursachen der Bedrohung sind in vielen FĂ€llen andauernde Abholzung und Überweidung.

In der Roten Liste der Schweizcite-ref-rlschweiz-41-0[41] werden der Gemeine Wacholder Juniperus communis s. str., Juniperus communis subsp. nana als Synonym fĂŒr den Alpen-Wacholder oder Zwerg-Wacholder Juniperus communis var. saxatilis und der Sadebaum Juniperus sabina aufgelistet und als nicht gefĂ€hrdet (LC) bezeichnet.

Auf europĂ€ischer Ebene wurde mit der Berner Konvention Appendix Icite-ref-bern-konvention-42-0[42] des Europarats der KurzblĂ€ttrige Wacholder oder auch Azoren-Wacholder (Juniperus brevifolia) als streng geschĂŒtzte Wildpflanze ausgewiesen.

Mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie Nr. 92/43/EWG in der aktualisierten Fassung vom 1. Januar 2007cite-ref-ffh-43-0[43] der EuropĂ€ischen Union (FFH-RL) Anhang 1 werden Schutzgebietausweisungen fĂŒr folgende Lebensraumtypen (LRT), denen Wacholder-Arten angehören, gefordert:

‱ Mediterrane KĂŒstendĂŒnen mit Wacholder-Arten Juniperus spp. (LRT 2250) – die Inschutzstellung dieser LebensrĂ€ume wird als prioritĂ€r durchzufĂŒhren gefordert
‱ Formationen des Gemeinen Wacholders Juniperus communis auf Heiden und Kalkrasen (LRT 5130)
‱ Baumförmige HartlaubgebĂŒsche (Matorrals) mit Wacholder-Arten Juniperus spp. (LRT 5210)
‱ Endemische WĂ€lder mit Wacholder-Arten Juniperus spp. (LRT 9560) – die Inschutzstellung dieser LebensrĂ€ume wird als prioritĂ€re Angelegenheit angesehen

In der Bundesrepublik Deutschland wird der Zedern-Wacholder Juniperus cedrus in der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV)cite-ref-bartschv-44-0[44] durch Ausweisung als streng geschĂŒtzte Art unter Schutz gestellt.

Auf dem Nordamerikanischen Kontinent fĂŒhrt die USA ĂŒber verschiedene Bundesstaaten acht Wacholder-Arten als gefĂ€hrdete und zu schĂŒtzende Arten an.cite-ref-usda-45-0[45]

Nutzung

Arzneiliche und medizinische Verwendung

Die Verwendung von Wacholder als Heilpflanze ist schon aus Zeiten um 1550 v. Chr. ĂŒberliefert. So im Ă€gyptischen Papyrus Ebers, worin Wacholderbeeren als AbfĂŒhrmittelcite-ref-46[46] empfohlen werden. Innerlich kann Wacholder bei Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden) wie beispielsweise Magen-Darm-KrĂ€mpfen, VöllegefĂŒhl und BlĂ€hungen sowie Sodbrennen eingesetzt werden.cite-ref-47[47] In der Ă€ußerlichen Anwendung wird Wacholder in der Rheuma- und Gicht-Therapie traditionell eingesetzt.

Die durchblutungsfördernde Wirkung kann auch die Ausscheidung von PrimĂ€rharn steigern, sodass auch der Einsatz als Diuretikum monographisch erfasst ist, wofĂŒr jedoch im Gegensatz zur Verwendung bei Verdauungsbeschwerden keine Arzneimittelzulassung erteilt ist.cite-ref-48[48]

In aktueller Forschung wurde festgestellt, dass WacholderauszĂŒge in Laborversuchen signifikante „Anti-Tumor-Wirkung“ auf Glioblastome und Kolontumore hatten.cite-ref-49[49]cite-ref-50[50]

Zierpflanze

Viele Sorten einiger Juniperus-Arten werden in GĂ€rten und in Park- sowie Friedhofsanlagen als Zierpflanzen verwendet. Es handelt sich meist um Ausleseformen, die vegetativ vermehrt werden.cite-ref-botanica2003-51-0[51] In Asien sind Wacholder-Arten schon seit Jahrhunderten Zierpflanzen, beispielsweise der Chinesische Goldwacholder.cite-ref-botanicgroup-52-0[52]

Die Ausbreitung der Wacholder-Arten und ihrer Sorten als pflegeleichte und immergrĂŒne Zierpflanzen in Parks und GĂ€rten hat zur zunehmenden Ausbreitung des Birnengitterrosts gefĂŒhrt. Diese Pilzkrankheit ist auf Wacholder als Wirtspflanze angewiesen, wobei der einheimische Gemeine Wacholder (Juniperus communis var. communis und var. saxatilis) wohl weniger anfĂ€llig ist.cite-ref-landwirtschaftskammer-53-0[53] Dadurch ist der Bestand an BirnbĂ€umen stark zurĂŒckgegangen.

Wacholder in der Heilkunde, in der KĂŒche und in GetrĂ€nken
GetrÀnke

Gin erhĂ€lt seinen charakteristischen Geschmack aus der Aromatisierung mit GewĂŒrzen, darunter vor allem Wacholderbeeren und Koriander. Der Name leitet sich indirekt vom lateinischen Namen des Wacholders juniperus ab, wobei manchmal die auf Englisch so genannten juniper berries als Namensgeber genannt werden, meist aber das niederlĂ€ndische VorlĂ€ufergetrĂ€nk Genever.

Brotaufstrich

In einigen Regionen der Schweiz wird aus Wacholderbeeren ein Konzentrat (Saft) hergestellt, das dann zusammen mit Glukosesirup, Rohzucker, Wasser und Karamellzucker zu dem Brotaufstrich Latwerge verarbeitet wird. Das Rezept fĂŒr diesen Brotaufstrich wird seit langem mĂŒndlich ĂŒberliefert. Seit ein paar Jahren wird Latwerge bei Großverteilern und in ReformhĂ€usern angeboten.cite-ref-kraftsaft-54-0[54]

Die Zapfen des Syrischen Wacholders werden von anatolischen Bergbauern gesammelt und als vitamin- und zuckerreiches Mus namens Andiz Pekmezi genutzt.cite-ref-selik-55-0[55]

Weitere Nutzung

Wacholder-Holz, -Zweige und -Beeren werden gerne zum VerrĂ€uchern verwendet. Wacholder-Rauch gilt als reinigend und desinfizierend und wurde schon im Mittelalter verwendet. Er riecht sehr holzig und gleichzeitig frisch; die Rauchentwicklung ist mĂ€ĂŸig bis stark.

Der Glaube, dass Wacholder-Weihrauch das Böse fernhÀlt, war unter den Turkvölkern weit verbreitet. Jeremiah Curtin bemerkte, dass einige Schamanen in Sibirien Wacholder-Weihrauch verwendeten, bevor sie Tiere opferten.cite-ref-56[56]

Das Wacholderöl (Oleum iuniperi, von lateinisch iuniperus fĂŒr Wacholder, insbesondere Gemeiner Wacholder,cite-ref-57[57] und oleum fĂŒr Öl) ist ein aus Wacholderholz (vom Gemeinen Wacholder) bzw. den Zweigen des Wacholderscite-ref-58[58] durch Destillation gewonnenes Ă€therisches Öl.cite-ref-59[59] Davon abzugrenzen ist das Wacholderbeeröl, in dessen Herstellung ausschließlich Wacholderbeeren (ohne Nadeln und Zweige; lateinisch Grana iuniperi) zum Einsatz kommen dĂŒrfen, wofĂŒr in der pharmazeutischen Spezifizierung die Art Juniperus communis L. verwendet wird.

Wacholder wird im Bogensport als sogenanntes Bogenholz verwendet, wobei das Holz dann fĂŒr mindestens 2 Jahre abgelagert wird. Danach wird der vorbereitete Stamm geviertelt und danach weiterverarbeitet. Die weitere Verwendung ist meistens als sogenanntes Laminat zur Zierde von Bögen und Wurfarmen.cite-ref-h-rning-60-0[60]

Trivia

Den Strauch, unter den sich der biblische Prophet Elija in seiner Verzweiflung zum Schlafen legte (1. Könige 19,5), hatte Martin Luther der Vulgata folgend mit Wacholder (lateinisch juniperus) ĂŒbersetzt, was bis einschließlich der Revision der Luther-Bibel von 1984 beibehalten wurde. Die einflussreiche King-James-Bibel folgte ihm dabei. 1775 ordnete Peter ForsskĂ„l den hebrĂ€ischen Pflanzennamen Rotem der nahöstlichen Ginsterart Genista raetam Forssk. (heute Retama raetam Webb) zu;cite-ref-61[61] als Wacholder gilt hebrĂ€isch berosh oder berot, der Name der Mittelmeer-Zypresse.cite-ref-62[62] Erst in der revidierten Ausgabe der Luther-Bibel von 2017 ist der Wacholder durch Ginster ersetzt.cite-ref-63[63] Anders als die Luther-Bibel nannte die deutsche BibelĂŒbersetzung von Ludwig Philippson bereits 1848 die Pflanzengattung Ginsterstrauch.cite-ref-64[64] Wegen der Dominanz der Luther-Bibel ist jedoch der Wacholder in die Kulturgeschichte eingegangen, wie z. B. im Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy, in dem ein Rezitativ den Titel trĂ€gt: „Siehe, er schlĂ€ft unter dem Wacholder“. Auch Nelly Sachs verband in ihrem 1957 publizierten Gedicht Immer noch Mitternacht Elija mit dem Wacholder und nicht mit dem Ginster: „So Elia; wie ein Wald mit ausgerissenen Wurzeln / erhob er sich unter dem Wacholder“.cite-ref-65[65]

Siehe auch
Quellen

‱ Christopher J. Earle: Juniperus bei The Gymnosperm Database, 2019. (Abschnitte Systematik, Beschreibung und Nutzung)

Literatur

‱ Robert P. Adams: Junipers of the World: The genus Juniperus. 2. Auflage. Trafford Publishing Co., Vancouver 2008, ISBN 978-1-4251-6880-3.

Einzelnachweise

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cite-note-marzell-44. ↑ Heinrich Marzell: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen. Band II, Leipzig 1972.
cite-note-55. ↑ Vgl. auch Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift fĂŒr Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 36 („Juniperus – wegholler“).
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cite-note-5959. ↑ Gundolf Keil, Hans Reinecke: Der „kranewittber“-Traktat des ‚Doktor Hubertus‘. Untersuchungen zur spĂ€tmittelalterlichen Pharmakologie der Baccae Juniperi. In: Sudhoffs Archiv. Band 57, 1973, S. 361–415, hier: S. 407 f.
cite-note-h-rning-6060. ↑ Angelika Hörning: Das Bogenbauer-Buch: EuropĂ€ischer Bogenbau von der Steinzeit bis heute. 7. Auflage. Angelika Hörning, Ludwigshafen 2012, ISBN 978-3-9805877-7-8.
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cite-note-6262. ↑ Encyclopaedia Judaica. Juniper (archive.org).
cite-note-6363. ↑ Vgl. https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-1984/bibeltext/bibel/text/lesen/?tx_bibelmodul_bibletext%5Bscripture%5D=1.+k%C3%B6nige+19@1@2Vorlage:Toter Link/www.die-bibel.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2023. Suche in Webarchiven) mit https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lutherbibel-2017/bibeltext/bibel/text/lesen/?tx_bibelmodul_bibletext%5Bscripture%5D=1.+k%C3%B6nige+19@1@2Vorlage:Toter Link/www.die-bibel.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2023. Suche in Webarchiven).
cite-note-6464. ↑ Ludwig Philippson (Hrsg.): Die Israelitische Bibel - Zweiter Theil: Die Propheten. Enthaltend: Den heiligen Urtext, die deutsche Uebertragung, die allgemeine, ausfĂŒhrliche ErlĂ€uterung mit mehr als 500 englischen Holzschnitten. 2. Aufl. Leipzig 1858.
cite-note-6565. ↑ Gellner, Christoph: 
 nichts von Stille, Sanftmut und Erbauung. Elia-Fort- und Weiterschreibungen in der Literatur. URL: http://www.theologie-und-literatur.de/fileadmin/user_upload/Theologie_und_Literatur/Gellner_Elia.pdf (Aufruf 8.12.2019).

ErgÀnzende Literatur

‱ Heinrich Lehmann: BeitrĂ€ge zur Geschichte von Sambucus nigra, Juniperus communis und Juniperus Sabina. Math.-nat. Diss. Basel 1935.
‱ Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen, Pflanzengifte : Vorkommen, Wirkung, Therapie, Allergische und phototoxische Reaktionen. 3. Auflage. ecomed, Landsberg 1987, ISBN 3-609-64810-4; 6. Auflage, Nikol, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6.
‱ Sabine Kurschat-Fellinger: Kranewitt. Untersuchungen zu den altdeutschen Übersetzungen des nordischen Wacholderbeertraktats (= Mittelalterliche Wunderdrogentraktate, III). (Medizinische Dissertation WĂŒrzburg) Pattensen/Hannover (jetzt bei Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg) 1983 (= WĂŒrzburger medizinhistorische Forschungen. Band 20).

Weblinks

Commons

: Wacholder (

Juniperus

)

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Wacholder

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

‱ Plants of the World Online: Juniperus. Abgerufen am 13. Oktober 2022 (englisch).
‱ Fossiler Wacholder im Mineralienatlas-WiKi
‱ Zur Giftigkeit von Wacholder (Informationszentrale gegen Vergiftungen NRW)

WeiterfĂŒhrende Literatur

‱ R. P. Adams: Evolution of dioecious/monecious taxa in Juniperus, contrasted with Cupressus, Hesperocyparis, Callitropsis and Xanthocyparis (Cupressaceae). In: Phytologia. Band 100, Nr. 4, 2018, S. 248–255. Volltext-PDF.